Die Brotspende

„Das Fräulein von Boyneburg“ ist eine Sage die aus dem Brüdern Grimm Werk „Die deutschen Sagen“ stammt. Auf diese Sage geht die Tradition der Brotspende am Himmelfahrtstag zurück. Dabei wirft der Baron Brote in die Menge. Ein Teil wird an Schulkinder und Senioren in den umliegenden Dörfern verteilt.

In grauer Vorzeit, vor langem Jahren – als diese Burg noch bewohnt wurde von dem Geschlecht derer von Boyneburg, lebten hier auch in inniger Liebe verbunden, 3 Schwestern. Von diesen Schwestern hatte der jüngsten, während eines Gewitters geboren war, einstens geträumt, sie würde durch ein Gewitter ihr Leben verlieren.

Als sie nun ihr 18tes Jahr erreicht, zog ein starkes Gewitter über die Boyneburg heran und blieb drei Tage und Nächte über derselben stehen. Da erinnerte sich das jüngste Fräulein ihres Traumes und teilte ihn ihren Schwestern mit, die beschlossen, sich für ihren Liebling zu opfern; Die zwei ältesten eilten zum Burgtor, erflehten Gnade des Himmels Schutz und waren bereit zu sterben. Doch das Gewitter wich nicht. Da erkannt das jüngste Fräulein ihr Schicksal, mutig und Gott vertrauend zog sie hinaus vor die Burg, in einem heißen Gebet empfahl sie dem Höchsten ihre Seele – da zuckte ein Blitzstrahl und sie war verschwunden – auch das Gewitter war gewichen, es war versöhnt.

Ihr zum Gedächtnis wird diese Spende verteilt.

Die Stiftung der Spende durch das zum Tode geweihte Fräulein von Boyneburg geht auf deren Testament zurück – nach einem Teil der überlieferten Sagenfassungen – in dem sie bestimmt haben soll, „dass an ihrem Todestage die ganze Gemeinde gespeist und beschenkt werden sollte“.